Etappe #1 Das etwas andere Sydney

Erste Etappe auf unserer Reise entlang der Ostküste Australiens war Sydney. Doch da wir schon vor einigen Monaten diese Metropole besucht hatten und dabei die Harbour Bridge hochgeklettert sind, den Taronga Zoo besucht hatten und natürlich das Opera House fünf Millionen mal fotografiert haben, stand dieses Mal etwas ganz anderes auf dem Programm: Die Natur in und um Sydney.

Am ersten Tag hatten wir aber noch nichts geplant und deswegen wurden weitere drei Millionen Fotos vom Opera House gemacht, durch den Royal Garden gewandert und der Martin Place mit all den Gedenk-Blumen-Fotografien der Geiselnahme im Dezember ergriffen bestaunt.


Aber Sydney hat viel mehr zu bieten als nur die berühmte Innenstadt. Am zweiten Tag unserer Reise sind wir mit einem Kleinbus in die naheliegenden Blue Mountains gefahren. Dieser Kontrast nur ca eine Stunde von der Weltmetropole entfernt ist sagenhaft. Statt Hochhäuser mit Fahrstühlen, Berge und Täler mit tausenden Treppenstufen. Um zu dem Grund der Wentworth Falls zugelangen ging es 1200 meist sehr steife Stufen hinab. Durch Regenwald, kleinen Bächlein und über rutschige Steine kletterten wir den steilen Berg hinunter. Und der Weg hat sich gelohnt. Schon während des Runterlaufens sahen wir den schönen und großen Wasserfall und unser Reiseleiter hat uns so manch Neues gelehrt. Unten angekommen fanden wir ein neues Fotoparadies. Der Wasserfall, oder besser gesagt die vielen kleinen Wasserfälle bildeten ein wunderschönes Bild und waren auch für eine  kleine Erfrischung gut. Und diese Erfrischung war echt notwendig, denn 1200 Stufen runter zu laufen ist ja vielleicht noch ganz gut und schön, aber 1200 Stufen wieder hoch klettern?? Die pure Qual. Unser Muskelkater am nächsten Tag war mörderisch. Doch damit war es nicht genug. Gleich darauf ging die Wanderei weiter. Diesmal zu den „Three Sisters“. Das sind drei ähnlich aussehende und nah beieinander stehende Felsen. Hier mussten wir zum Glück nur runter laufen, was trotzdem tausende von Stufen waren, und wieder hinauf ging es mit einem kleinen Zug.



Warum heißen die „Blue Mountains“ eigentlich blaue Berge? Der Wald in dem sie liegen ist voller Eukalyptusbäume, und deren Blätter sondern das in ihnen liegende Öl ab. Dieses  Öl schwebt dann in der Luft und die Sonne bricht es dann so, dass alles bläulich schimmert. Gleich nochmal was gelernt. Wundert sich noch jemand, warum ich den ganzen Tag mit dem Ohrwurm „Von den blauen Bergen kommen wir …“ rumgelaufen bin?




Wie gesagt der Muskelkater am nächsten Tag war mörderisch. Und womit bekämpft man Muskelkater vom Wandern am besten? Richtig, mit mehr Wandern. Haha, guter Witz. Am nächsten Tag sind wir trotzdem gewandert, weil wir nichts zu tun hatten. Und zwar von der Spit Bridge nach Manly Beach, um dann dort zu baden. So war zumindest der Plan, als wir am nächsten Morgen, okay es war eher mittags, aus dem Bett gekrochen sind (wie gesagt MUSKELKATER!!!). Doch mit Null Ahnung, wo der Bus Richtung Spit Bridge abfährt, geschweige denn, dass wir die richtige Busnummer wussten, ging das Abenteuer „Manly-Beach“ schon gut los. Nachdem wir an unsere Hostelrezeption und an einem Infostand in der Stadt nachgefragt haben, saßen wir ohne Busticket im falschen Bus. Bravo, zwei Blondinen sind ja auch zusammen unterwegs. Der Busfahrer war aber superfreundlich und hat uns, ohne dass wir Strafe zahlen mussten, zur richtigen Bushaltestelle gefahren. Eine halbe Stunde später waren wir dann endlich am Ausgangspunkt für unsere 10 Kilometer lange Wanderung nach Manly Beach angekommen.



Und von dort aus konnten wir komplett vergessen, dass wir eigentlich noch mitten in einer Metropole waren. Der Manly Scenic Walkway führt entlang der Küste, durch dicken Regenwald, vorbei an einsamen und versteckten Stränden. Dann und wann kamen uns andere Wanderer entgegen, doch viel öfter genossen wir die Gesellschaft von Eidechsen und Vögeln. Oder riesigen Spinnen in noch riesigeren Spinnweben. Auch hier ging es bergauf bergab, treppauf treppab. Und mit jeder neuen Treppe in Sicht, streikten unsere Müden Waden- und Oberschenkelmuskeln, doch Umkehren war keine Option, denn die Aussichten durch die Bäume auf die kleinen Strände waren atemberaubend. Wirklich, ATEMBERAUBEND. Jeder der irgendwann mal in Sydney ist und genug hat vom Großstadttrubel mit all der Hektik und dem ständigen Lärm, sollte diese 10km auf sich nehmen. Es ist Balsam für die Seele, nicht unbedingt erholsam für den Körper, but who cares?!






Drei Stunden später ging es dann wieder in die „richtige“ Stadt hinein und die Villen der Reichen und Schönen säumten die Straßen. Dort war es etwas verwirrend den richtigen Weg zu finden, aber auch das war kein großes Problem. Endlich an der Fährenstation „Manly Wharf“ angekommen, war das Wetter zwar noch heiß aber trübe. Und da der wahre „Manly Beach“ noch auf der anderen Seite der Fähre liegt, haben wir ihn dann letztendlich doch nicht gesehen, denn wir wollten einfach keinen weiteren Schritt mehr gehen. 





Warum genau zeige ich jetzt Bilder vom Berliner Bär und von einem bayrischen Restaurant? An der Fährenstation angekommen überraschte uns dieser deutsche Gruß. Warum auch immer ;)

PS: Alle Posts sind natürlich ein bisschen zeitversetzt. Mittlerweile sind wir schon mitten in der zweiten Etappe und zwar in BYRON BAY!! :)

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